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Plasma im Silo: Wie Schädlinge und Schimmelpilze bekämpft werden

Neubrandenburg, 11. Juni 2024 – Großes Vertrauen in die Arbeit von Neubrandenburger Forschern: Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat einem weiteren Leitprojekt von ‚PHYSICS FOR FOOD – EINE REGION DENKT UM!‘ grünes Licht gegeben. Für die Fördersumme von rund 200.000 Euro arbeiten die Forschenden derzeit weiter daran, den Vorratsschutz unserer Getreideernten zu verbessern – vor allem in einem Maßstab, der für Anwender von Interesse sein könnte. Mithilfe von Plasma wird Getreide in einem Silo behandelt, damit Schädlinge wie der Kornkäfer sowie Pilzsporen bekämpft werden.

Plasma als mögliche Alternative

Der Bedarf ist riesig: Denn schrittweise wird der Einsatz chemischer Pestizide zur Bekämpfung von Schädlingen und Pilzsporen, wie in der gesamten Land- und Ernährungswirtschaft, immer weiter begrenzt und verboten. Für manche Einsatzgebiete gibt es bisher keine präsenten Alternativen, beispielsweise für den Einsatz von giftigem Phosphorwasserstoff vor dem Getreideexport oder für die ökologische Landwirtschaft. Extreme Witterungsverhältnisse mit Hitze, Dürre oder Überschwemmungen nehmen aber gegenwärtig zu und folglich auch Ernteverluste sowie der Schädlings- und Schimmelbefall. Das Bündnis PHYSICS FOR FOOD, das mit der Hochschule Neubrandenburg, dem Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V. (INP) in Greifswald und weiteren Wirtschaftspartnern der Region initiiert worden ist, forscht an umweltfreundlichen physikalischen Methoden, um eine umweltbewusste Antwort auf die Herausforderungen der Zukunft zu finden.

Fundamentale Ergebnisse bieten Grundlage

Für das neue Leitprojekt BIG STORAGE, unter der Leitung von Florian Wald vom Zentrum für Ernährung und Lebensmitteltechnologie (ZELT) gGmbH, machen sich die Forschenden aus Neubrandenburg die fundamentalen Erkenntnisse aus dem Leitprojekt PHYSICS FOR FOOD & FEED zu Nutze: Sie haben nachgewiesen, dass Kornkäfer und Pilzsporen in einem Demonstrator-Silo, das vor rund eineinhalb Jahren in Betrieb genommen worden ist, durch kaltes Atmosphären-Plasma bekämpft werden können. Das zunächst eingesetzte Silo hatte ein Fassungsvermögen von rund 2 Tonnen. „Der Kornkäfer und weitere Schädlingsarten konnten zunächst im Silo inaktiviert und später gänzlich bekämpft werden. Bei den Pilzsporen konnten wir ebenso eine stetige Abnahme der Belastung beobachten. Laut dieser Ergebnisse ist das Getreide also länger lagerfähig und Lagerpilze sind potentiell bekämpfbar“, erklärt Florian Wald die Ergebnisse der Versuche.

Forschende haben Up-Scaling im Blick

In BIG STORAGE ist der Name nun Programm. Bei einem regionalen, ökologisch wirtschaftenden Futtermittelhersteller, ist das neue Ziel, eine Silokammer mit 47 Kubikmeter (etwa 30 Tonnen Getreide) mit Plasma zu behandeln und deren Vorteile aufzuzeigen. Die Plasmaluft gelangt durch ein spezielles Gerät, das noch 2024 fertiggestellt wird, in die Kammer. Das heißt, Umgebungsluft wird durch das Gerät mit Plasma aktiviert und anschließend in die Silokammer gegeben. Der Clou: „Von der Forschung in die Praxis: Dieses neue Projekt unterstützt unseren Ansatz, neue pestizidfreie Technologien und Verfahren zu erforschen, zu begleiten und den Transfer in die Wirtschaft zu bekräftigen. Das ist auch ein wichtiges Signal für die Anwender“, blickt Florian Wald voraus.

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