Ideenaustausch mit der Praxis auf erstem Feldtag

Klatzow, 18.11.2021 – Pflanzen mit physikalischen Technologien stärken und Ernteerträge sichern, die durch den Klimawandel bedroht sind. Das Bündnis PHYSICS FOR FOOD forscht hierfür an neuen Technologien. Ein Leitprojekt des Bündnisses ist Physics for Crops, in dem die fünf Partner Hochschule Neubrandenburg, Universität Greifswald, INP Greifswald, Hanse Agro GmbH und Agrarconcept Schneider gemeinsam die Wirkung der physikalischen Verfahren auf wachsende Pflanzen untersuchen. Auf einem ersten Feldtag am 18. November 2021 konnten sich Landwirtinnen und Landwirte im Mecklenburgischen Klatzow über die Forschungsthemen informieren und mit den Projektbeteiligten über ihre Wünsche und die praktischen Herausforderungen neuer Verfahren und einer praxisorientieren Versuchsgestaltung austauschen. Neben Vorträgen und Diskussion erwartete die 17 Teilnehmenden auch ein Besuch auf einem der Versuchsstandorte.

Prof. Dr. Eike Stefan Dobers (stehend im Bild) von der Hochschule Neubrandenburg erläutert
den Besucherinnen und Besuchern des Feldtags die Hintergründe des Forschungsprojekts.

Technologien wie UV-C und mit Plasma behandeltes Wasser könnten Pflanzen dabei unterstützen, sich besser gegen Wassermangel, Staunässe oder den Befall mit Krankheiten zu behaupten. Die bereits beobachtete Wachstumsförderung könnte dazu die Basis sein. Derart gestärkte Pflanzenbestände würden tendenziell weniger chemischen Pflanzenschutzmitteln benötigen. Nach vielversprechenden Laborergebnissen startete das Leitprojekt Physics for Crops umfangreiche Feldversuche. In Exaktversuchen zeigten die neuen Methoden im ersten Versuchsjahr sehr optimistisch stimmende Ergebnisse. Mittels einer komplexen Versuchsanordnung und der gleichzeitigten Durchführung an drei unterschiedlichen Standorten testen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leitprojektes, koordiniert von der Hochschule Neubrandenburg, in jeder Anbauperiode von Aussaat bis zur Ernte gleichzeitig eine Vielzahl an Umwelteinflüssen und beobachten das Wachstum der Pflanzen.

Auf Einladung des Projektpartners Hanse Agro trafen sich Praktikerinnen und Praktiker aus der Landwirtschaft mit Forschenden der Hochschule Neubrandenburg und der Universität Greifswald, die als Projektpartner die pflanzenphysiologischen Hintergründe erforscht. Zum Schutz der Anwesenden wurde die Veranstaltung im Rahmen der geltenden 2G-Regelung mit zusätzlichen Selbsttests durchgeführt und die Gruppengröße von vornherein begrenzt.

Detlev Dölger, Geschäftsführer der auf pflanzenbauliche Beratung spezialisierten Hanse Agro – Beratung und Entwicklung GmbH, informierte die Teilnehmenden über aktuelle Forschungsfragen und die konkreten Arbeiten bei PHYSICS FOR CROPS.  Das Gesamtprojekt PHYSICS FOR FOOD, die Technologien und das wissenschaftliche Vorgehen erläuterte Prof. Dr. Eike Stefan Dobers von der Hochschule Neubrandenburg, der das Leitprojekt Physics for Crops koordiniert. Er präsentierte die Ergebnisse der ersten Ernte und gab einen Einblick in neue Monitoringverfahren, die im Rahmen des Forschungsprojekts entwickelt werden. Ein weiteres Thema war der praktische Nutzen von Sensorik und Bilddaten wie Satelliten- und Drohnenaufnahmen und die Diskussion der Teilnehmenden über die konkrete Integration derartiger Informationen in den landwirtschaftlichen Betrieb.

Gestärkt mit einem herzhaften Mittagessen ging es hinaus auf ein nahegelegenes Versuchsfeld. Sarah Limpächer, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Hochschule Neubrandenburg, organisiert den komplexen Versuchsaufbau, bei dem unterschiedlich behandeltes Saatgut von Gerste, Raps und Lupine zu verschiedenen Zeitpunkten unterschiedlich tief gesät und die dann aufwachsenden Jungpflanzen mit den physikalischen Verfahren behandelt werden. Gemeinsam mit Detlev Dölger erläuterte sie den Versuchsaufbau und diskutierte mit den Landwirtinnen und Landwirten den Zustand der Pflanzen in den Versuchsparzellen, die im nächsten Jahr weitere wissenschaftliche Ergebnisse liefern werden.  Der intensive Austausch über neue Technologien und die tatsächlichen Bedürfnisse in der Landwirtschaft bereicherte beim ersten Feldtag alle Teilnehmenden aus Forschung und Praxis und lieferte ihnen neue Impulse.

Sarah Limpächer (zweite von rechts im Bild) von der Hochschule Neubrandenburg erklärt auf
dem Feldtag den Versuchsaufbau und die Beschriftung der einzelnen Testparzellen.

Detlev Dölger (dritter von links im Bild) von Hanse Agro prüft mit den Teilnehmenden des Feldtags
den Zustand der aktuell wachsenden Versuchspflanzen.

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