Neubrandenburg, 28. Juli 2025 – Tilman Ribbeck, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Leitprojekt BIG STORAGE, kennt sie nur zu gut: Korn- und Reismehlkäfer. Es handelt sich um klassische Lagerschädlinge, die ganze Getreidevorräte in Silos gefährden können. Gemeinsam mit Projektleiter Florian Wald vom Zentrum für Ernährung und Lebensmitteltechnologie gGmbH (ZELT) geht er deshalb einer zentralen Frage nach: Lässt sich die Wirksamkeit der Plasmabehandlung, die bereits in einem Silo mit rund zwei Tonnen Fassungsvermögen nachgewiesen wurde, auch auf größere Dimensionen übertragen?
Die Antwort auf diese Frage ist entscheidend – denn erst wenn die Funktion des Verfahrens im großen Maßstab nachgewiesen wurde, wird es auch für Lagerhalter wirtschaftlich und praktisch interessant. Genau das testet das Projektteam im Großversuch mit einem Demonstrator am 30-Tonnen-Silo.
Käfer werden nach der Behandlung gezählt
Der Ablauf ist hochstandardisiert: Pro Probentag werden drei Säckchen entnommen – jeweils bestehend aus fünf Einzelproben mit kontaminierten Gerstenkörnern und Schädlingen, die zuvor im Silo in verschiedenen Höhen positioniert wurden. Die Proben kommen je nach Analyseziel zur Auszählung der Käfer und der weiteren Bebrütung und Beobachtung in den Klimaschrank oder das Getreide ins Labor zur Untersuchung. Auch das Prüfinstitut für Chemische Analysen GmbH Berlin (PiCA) untersucht einen Teil des Getreides.
Im Labor beginnt die eigentliche Analyse: Tilman Ribbeck zählt die überlebenden Käfer nach der Plasmabehandlung – zunächst direkt nach der Entnahme, erneut am Folgetag und schließlich ein drittes Mal nach einer Woche im Klimaschrank. Denn das Plasma entfaltet nicht nur Sofort-, sondern auch eine deutliche Langzeitwirkung. Zu den bisherigen Ergebnissen nach der Auszählung der Käfer, auch den Gas- und Energiemessungen sowie weiteren Versuchszielen zeigen sich Ribbeck und Wald zufrieden: „Auch im 30-Tonnen-Maßstab zeigt das Plasma seine Wirkung. Ein wichtiger Schritt in Richtung pestizidfreie Schädlingsbekämpfung aus Strom und Luft.“